"Dresden und die sächsische Weinstraße" war das Motto einer fünftägigen Studienreise durch das obere Elbtal.Waren die Reisenden von den vielen Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Reizen beeindruckt, so bin ich bis heute von der jugendlichen Frische -der zum Teil hochbetagten Reiseteilnehmer- fasziniert. Immerhin: Der Nestor spaziert gelassen und vergnügt seinem 102. Geburtstag entgegen!

 

Die Stationen waren neben Dresden:

Radebeul, Moritzburg, Meißen, die sächsische Schweiz und Pillnitz.

Vielen Dank an alle Mitreisenden! Vor allem an Dr. Isolde Andrä aus Berlin für die Erlaubnis, den von ihr verfassten Reisebericht hier veröffentlichen zu dürfen:

"Es begann in strahlendem Sonnenschein, am ersten Tag mit einem vortrefflichen Reiseführer, der zu fesseln wußte, klar und deutlich (auch für uns teilweise „Schwachhörige" gut verständlich) sprach mit einem zweistündigen Stadtrundgang, keiner machte ganz schlapp. Die späte Nachmittagssonne ließ durch ihre warmen Schatten die Details der Barockbauten deutlich erlebbar hervortreten. Dann ging’s durch die Münzgasse zur „Kutscherschänke“, ein uriges Wirtshaus (mit erleuchtetem Denkmal-Plumps-Klo) zum gemeinsamen gemütlichen Abend. Das war eine hervorragende Idee! So wuchsen wir gut zusammen. Zusammengehörigkeitsgefühl und gegenseitige Hilfe in unserer Gruppe machten die Reise besonders angenehm. Gemeinsam trödelten wir dann froh und besinnlich am Fuße der Festungsmauer unten an der Elbe in unser gut gelegenes Hotel mit Panoramablick.

So verging ein Tag nach dem anderen mit vielen abwechslungsreichen, schönen Erlebnissen.

Dann erwischte uns Dauerregen, in der Umgebung mit Unwettern und Bergrutsch in Meißen, setzte die Bundesstraße, die wir am Vortag noch mit bester Laune von Vincenz Richter-Weinprobe kommend passierten, unter Wasser.

Am ersten Regentag – nachmittags Freizeit. Ich war in der Gemäldegalerie „Alte Meister“, für mich schöne alte Bekannte; Cranach, Tizian, Vermeer… Völlig freudetrunken ignorierte ich den Regen, ohne Schirm! Nur mit Regenhütchen wanderte ich an der Elbe entlang, erinnerte mich Frank Sinatras „Singing In The Rain“ und mußte aufpassen, vor Glück nicht meinen Gehstock zu schwenken und zu tanzen. Highlife! Ich bin völlig groggy jetzt am Ende der Reise, aber sehr, sehr glücklich. Ich wuchs über mich hinaus in diesen Tagen, begeistert, beflügelt...

Hätte man mich nicht so gut umsorgt, wäre der Bus mehrmals ohne mich weggefahren und ich säß‘ irgendwo verwunschen in Sachsen."